Mittwoch, 15. Mai 2013

Tag 69 bis 72 - Meine Northland Tour

In der Mitte des Semesters, also nach sieben Wochen, hatten wir zwei Wochen lang Semesterferien. Vier Tage davon habe ich genutzt, um mir mal was Anderes außer Auckland anzugucken - es ging für mich nach Northland.

Tag 1

Nach dem Hockey-Spiel ging es los. Ich hatte mir einen Campervan gemietet. Das ist hier üblich und besonders bei jungen Leuten sehr beliebt. Durch das Busfahren hatte ich mich schon an den Linksverkehr gewöhnt (und durch meine Mitfahrgelegenheit zum Hockey sogar daran, dass ich auf der falschen Seite einsteigen muss), aber Automatik war dann doch gewöhnungsbedürftig. Naja, wenigstens bin ich nicht aus Versehen auf die Bremse getreten, und nach einiger Zeit ging es sogar ganz gut. Das einzige Problem war dann noch, dass der Rückspiegel und der Gurt auf der falschen Seite sind (bis zum letzten Tag habe ich versucht, mich mit links anzuschnallen).

Am ersten Tag bin ich nach Whangarei und dann weiter nach Whananaki gefahren (auf der Karte A (versteckt sich hinter M) nach B nach C). Es hat länger gedauert, als gedacht, weil die Straßen hier sehr kurvig und teilweise nicht asphaltiert sind. Als die Straße zum ersten Mal einfach so in Schotter überging, habe ich mich schon gewundert. Aber das ist hier eben so, denn schließlich benutzen nicht besonders viele Leute die Straße.

Hier jetzt aber endlich ein paar Bilder von meiner Reise:


Hier habe ich am Straßenrand angehalten, um die Aussicht zu fotografieren.

Es war ein sehr schöner Spätsommertag und der Himmel war strahlend blau. Und endlich: Schafe!

Es gibt hier aber auch viele Kühe.

Und nachts muss man aufpassen, dass einem keine Kiwis oder Possums unter die Räder kommen.
Es war schon sehr spät, als ich endlich am Campingplatz angekommen bin. Neben mir hatte ein nettes älteres Ehepaar mit ihren beiden Enkelkindern Quartier in einem Campingbus bezogen. Sie hatten es irgendwie geschafft, sich auszusperren, sodass der Platzwart (oder wie auch immer die Person heißt, die dort die Verantwortung trägt), mit Akkuschrauber und Hammer angerückt ist. Der Bus schien allerdings sehr gut gesichert zu sein, sodass wir zum Schluss die Fensterscheibe einschlagen mussten, um an die - ironischerweise über der Tür hängenden - Schlüssel zu kommen. Danach gab es erst mal eine Tasse Tee.

Tag 2

Abends meinte der Platzwart zu mir "You don't see it now, but when you wake up tomorrow, you'll think you're in paradise." ("Du siehst es jetzt nicht, aber wenn du morgen früh aufwachst, wirst du denken, du seist im Paradies.") Und ich muss sagen, er hatte gar nicht so unrecht.


Und für den Fall, dass das Video nicht lädt, hier noch ein paar Bilder:
Hier ein Blick auf den Strand...

und hier an den Klohäuschen vorbei auf die Umgebung.

Es gibt dort große Pohutukawa-Bäume.

Und her noch mal in die andere Richtung.
Dann ging es los in Richtung Bay of Islands ("Bucht der Inseln"; D und E auf der Karte). D ist eine Stadt namens Russell, die eine der ersten europäischen Siedlungen war.


Die alte Polizeistation

Und ein schönes Haus direkt am Strand.
Dann ging es mit der Fähre nach Paihia (E). Das ist eine schöne, kleine Stadt in der Nähe von dem Ort, an dem Neuseeland gegründet wurde. Mit dem Vertrag von Waitangi haben die Europäer und die Maori dort im Jahr 1840 vereinbart, friedlich zusammenleben zu wollen. (Das klappte zu Beginn leider nicht ganz; mehr dazu auf Wikipedia.)


Blick von Paihia auf die Bucht
Der Platz, auf dem der Vertrag unterzeichnet wurde.

Das "Vertragshaus".

Es gab auch eine Tanz- und Musikvorstellung im Marae.

Mit diesen Kanus kamen die Maori nach Neuseeland.
Danach ging es dann für mich zum nächsten Zeltplatz auf der Karikari-Halbinsel (F).


Vorbei an Taupiri Bay...
... und wieder eine unbefestigte Straße. Dafür entschädigt die Aussicht.
Die Landschaft wechselt hier sehr schnell. Deshalb ist es hier wieder platt wie in Schleswig-Holstein.
In der Dämmerung erreichte ich dann endlich den Zeltplatz. Deshalb gibt es Bilder davon wieder erst weiter unten :-)

Tag 3

Der Zeltplatz liegt mitten im Nirgendwo, und es gab hier auch keinen Platzwart. Die Übernachtungsgebühr wirft man in einem Umschlag in einen Briefkasten, und einmal am Tag fährt ein Ranger alle Zeltplätze in der Region an und sammelt es ein. Auch dieser Zeltplatz war sehr schön.



Und hier wieder ein paar Bilder:

Morgens war es immer etwas nebelig - es wird hier grade Herbst.
Aber der Sonnenaufgang war echt toll :-)

Und hier kriecht noch das letzte Bisschen Nebel den Hang rauf.
Ich musste schon recht früh los, weil ich an dem Tag eine Bustour zum Cape Reinga gebucht hatte. Das Kap ist der nördlichste Punkt Neuseelands, und dort treffen die Tasmanische See und der Pazifik aufeinander. Ich hätte dort auch selber hochfahren können, aber drei Gründe sprachen dagegen:
1. Die Bustour war billiger als das Benzin, das ich verfahren hätte.
2. Die Straße ist recht langweilig, und so hatte ich mal einen Tag "Fahrpause".
3. Auf dem Rückweg fährt der Bus am Strand lang - das wurde mir mit dem Campervan explizit verboten.

Hier jetzt also ein paar Bilder von der Tour:
Ratana Bay - der Sand ist fast weiß und sehr feinkörnig.
Schafe soweit das Auge reicht!
Und man merkt, dass das Meer immer näher kommt.
Mittagessen gab es dann auch am Strand - Tapotupotu Bay

Es gab einen etwas unglücklichen Zwischenfall - die Busfahrerin von meiner Tour hat mich am ersten Stopp vergessen (blöd, wenn man nicht bis 19 zählen kann...) Glücklicherweise gibt es mehrere Anbieter, die dort jeden Tag hochfahren, also konnte ich einfach in den nächsten Bus einsteigen (und das mit der Bezahlung haben die Busfahrer dann unter sich geregelt).


Die erste Aussicht am Cape Reinga. Das ist die Tasmanische See.

Hier ein Blick nach rechts auf den Pazifik.

Und hier treffen die beiden Meere aufeinander.

Einen Leuchtturm gibt es hier auch, aber er ist jetzt nicht mehr bewohnt.
Und nochmal ein Video-Versuch (Rundumblick vom Hügel):


Danach fuhren wir zum Rodeln zu den Sanddünen. Ja, SandDÜNEN. Wie gesagt, in Neuseeland findet man anscheinend alle Vegetationsformen, die es auf der Welt gibt. Als die ersten Seefahrer an diesem Strand ankamen, nannten sie ihn "Wüstenbucht". Und so sieht es dort auch aus:


Hier kann man die Dünen in der Ferne schon sehen.

Und das war einer der Berge, die wir runtergerodelt sind.
Auf dem Rückweg ging es dann am 90-Meilen-Strand entlang, der eigentlich nur 65 Meilen lang ist. Die damaligen Vermesser (in diesem Zusammenhang passt das Wort sogar doppeldeutig) schafften zu Pferd üblicherweise 30 Meilen am Tag. Durch den weichen Sand kamen sie aber nicht so schnell voran wie üblich, und sie sind wegen der Gezeiten vermutlich Schlangenlinien gelaufen.

Das Wasser kam bis zum Bus und spritzte sogar an die Scheiben. Unser Busfahrer war aber sehr erfahren, sodass wir nicht ins Meer gezogen wurden.

Und das ist der "Fels mit Loch". Warum wohl?

Unser Bus musste danach jedenfalls erstmal in die Waschanlage.
Abends ging es dann für mich über H (ein hübsches Dorf) über I (eine Autofähre) nach J (ein Zeltplatz im Wald). Dort traf ich ein nettes Ehepaar; er ist Naturschutzparkwächter in einem anderen Teil der Nordinsel und sie ist Gärtnerin. Sie waren so freundlich und haben mich mit in den Wald zum Kiwi-Vögel Beobachten genommen. Leider haben wir diese sehr scheuen Vögel dann nur gehört, aber ich habe auf jeden Fall eine Menge über ihre Verhaltensweisen gelernt, sodass ich in Zukunft auch alleine auf die Pirsch gehen kann.


Tag 4


Der Zeltplatz war mitten in einem Kauri-Wald. Diese Bäume werden sehr alt und seeehr groß, und sie sind hier eine Art nationales Naturdenkmal. Vom Zeltplatz aus gab es einen sehr schönen Rundweg durch den Wald (den sind wir am Abend davor auch schon gegangen). Und danach gab es erstmal eine heißte Dusche. Das war nämlich der erste Zeltplatz, der so etwas hatte... Aber auch hier gab es keinen Platzwart.


Ich kam mir vor wie im Urwald. Das lag vielleicht an dem vielen Baumfarn.

Diese Bäume sind einfach beeindruckend!

Dieser hier soll 1.200 Jahre alt sein.
Das war dann auch schon der letzte Tag meiner Reise. Nachmittags musste ich meinen Campervan wieder abgeben (deshalb habe ich das Kauri-Museum bei K auch ausgelassen). Es war wider Erwarten sehr gemütlich und warm, aber wenn ich noch länger unterwegs gewesen wäre, hätte ich mich wahrscheinlich total zugemöhlt. :-D


Auf diesen lustigen Berg traf ich zwischen J und K.
Und dies war noch die abschließende Aussicht.
Mein persönliches Fazit: Es hat sich auf alle Fälle gelohnt, mal aus Auckland raus zu kommen. Ich muss diese Reise wiederholen, und zwar mit viel mehr Zeit. Vielleicht in den nächsten Semesterferien?


Freitag, 26. April 2013

Tag 40 - Rangitoto Island

Die Vulkaninsel, die hier schon zwei Mal zu sehen war, heißt Rangitoto und liegt nördlich von Auckland. Man kann dort mit der Fähre hinfahren und dann zum Gipfel laufen. Autos oder Fahrräder sind dort - mit Ausnahme eines Traktors mit Hänger für Lauffaule - nicht gestattet. Und da sowieso grade Ostern und frei war, haben wir die Chance genutzt, um uns mal einen echten Vulkan anzugucken (der vor 550 Jahren sogar noch aktiv war!)

Der Ferry Terminal (etwa: Fährhafen). Und ja, es war ein bisschen windig auf der Fähre.

Vom Wasser aus hatten wir dann einen schönen Blick auf Auckland.

Dieser Leuchtturm markiert eine Sandbank und war sogar mal bewohnt.

Das war der Weg nach oben.

Da es eine Vulkaninsel ist, besteht der ganze Boden nur aus Lavagestein.

Zwischendurch sind wir an einer Vulkanhöhle vorbeigekommen. Man kann an einer Seite rein und kommt dann 20 Meter weiter wieder raus. Die Eingänge sind auf beiden Seiten recht niedrig bzw. eng, aber in der Mitte kann man gut stehen.

Und bis auf eine kleine Beule hab ich das ganze wohlbehalten überstanden.

Endlich oben angekommen hatten wir dann eine grandiose Aussicht auf Auckland.

Und so sieht der Vulkan jetzt von innen aus.
Neben Rangitoto befindet sich noch eine weitere Insel, Motutapu. Diese Insel ist hauptsächlich mit Gras bedeckt. Dort kann man auch noch wandern gehen, aber wir hatten leider nur einen Tag Zeit.


Hier ein Blick in Richtung Mohutapu.

Und ein sehr schöner Blick über den größten Pohutakawa-Wald Neuseelands.

Schließlich machten wir uns wieder auf den Rückweg - Dschungelfeeling gratis :-)

Dabei kamen wir noch an diesem schönen Strand vorbei.

Hier der Boden in der Nahaufnahme. Anmerkung: Es war gerade Ebbe.

Und wieder Vulkangestein soweit das Auge reicht.

Und dann ging es mit der Fähre wieder zurück nach Auckland.


Nach viereinhalb Stunden Laufen taten meine Füße zwar ganz schön weh (den Tag davor waren wir ja auch schon mehrere Stunden durch Hamilton gelaufen), aber es hat sich auf alle Fälle gelohnt, und nächstes Mal ist Mohutapu dann auch mit dran. Auf der Insel wohnen übrigens sogar eine handvoll Leute; es wurde früher als Ferienort genutzt, weshalb es dort noch kleine Hütten gibt. Viele sind schon verfallen oder wurden abgerissen, und es gibt auch weder fließend Wasser noch Strom, aber manche der Leute, die dort so eine Hütte besitzen, verbringen den ganzen Sommer dort, und genießen ihre Ruhe. Und zum Einkaufen geht es dann mit der Fähre.


Tag 39 - Hamilton Gardens

Am Karfreitag waren wir mit einer Gruppe unterwegs nach Hamilton. Das ist eine kleine Stadt südlich von Auckland, die eigentlich nicht weiter sehenswert ist (nach Meinung meiner Gasteltern ;-)) Allerdings gibt es dort einen sehr schönen botanischen Garten, und abends wurde darin der Kreuzweg dargestellt.

der italienische Renaissance-Garten mit Brunnen
Te Parapara Maori Garten mit traditioneller Hütte

Und obwohl vieles schon verblüht war (hier ist grade Herbst), halten diese noch tapfer die Stellung.


Diese Blumen kamen mir bekannt vor...
Und hier noch ein schöner Durchgang.

Die Fahrt gestaltete sich etwas holprig, weil anscheinend fast alle Auckländer zu Beginn der Osterfeiertage wegfahren wollten. Die Straßen hier sind jedoch nicht wirklich darauf ausgelegt, dass so viele Leute auf einmal auf ihnen fahren (es ist eben ein kleines Land), also kamen wir bis zur großen Abzweigung zu einem sehr beliebten Urlaubsgebiet nur sehr schleppend voran. Danach ging es aber zügig weiter, und auch die Rückfahrt verlief ohne größere Probleme. Ich wurde sogar vor der Haustür abgesetzt :-)

Dienstag, 26. März 2013

Tag 35 - Busse und andere Kuriositäten

Es fühlt sich immer noch ein bisschen an wie Sommerurlaub, aber da die Vorlesungen mittlerweile begonnen haben und schon jetzt eine Menge Arbeitsaufwand mit sich bringen, wird sich das wahrscheinlich bald ändern. Hier ein paar Kuriositäten und andere Dinge, die ich bis jetzt so entdeckt habe:


Bei diesem Bushaltestellenhäuschen haben sie sich richtig viel Mühe gegeben.
Hier mal in der Nahaufnahme.

Die meisten Haltestellen sehen allerdings eher so aus. (Klicken zum Vergrößern)

Auch die Stopklingel ist in manchen Bussen älteren Baujahrs sehr interessant.
Und falls man mal den Notausgang benutzen möchte, sollte man einen starken Mann an Bord haben.
Und wenn ich nicht gerade Bus fahre, bin ich an der Uni und bekomme einen Mini-Cupcake geschenkt.
Geld holen macht auch immer Spaß: Mit meiner Deutsche-Bank-Karte kann ich in Neuseeland zum aktuellen Wechselkurs ohne weitere Gebühren Neuseeland-Dollar abheben.


Und um das Wechselkursrisiko zu minimieren, hole ich immer recht viel auf einmal. Ist ja nicht meine Schuld, dass der Automat nur 20-Dollar-Scheine hat. ;-)
Das Geld zahle ich dann nebenan am Schalter gleich wieder auf mein neuseeländisches Konto ein. Überweisungen wären zwar einfacher, kosten aber Gebühren. Also eben so.

Blu Tack - kaugummiähnliche Klebemasse
Und das benutzt man in Neuseeland anstatt Klebestreifen: Blu Tack funktioniert erstaunlich gut und hinterlässt im Gegensatz zu Klebestreifen keine hässlichen Ränder.

Außerdem ist das Wohnen hier anders: die meisten Häuser sind aus Holz und haben nur einfach verglaste Fenster, dafür aber keine Heizung. Aber im Winter wird es auch nicht besonders kalt, also macht das nichts.

Und jetzt noch Humor aus Auckland zum Abschluss:

Dieses Schild steht an einem steilen Hang.
Und das steht drauf... ("Achtung! Kletterer können ohne Vorwarnung herunterfallen")